Man muß besser sagen, es war mein letzter Arbeitstag. Morgen geht mein Flieger erst um 13.00 Uhr, da kann ich mal ausschlafen und gemütlich (französisch) frühstücken. Die letzten Tage bin ich immer um 6.30 Uhr aufgestanden und habe mich mit dem Frühstück beeilt. Es hat immer geregnet und ich wollte möglichst nicht so lange auf ein Taxi warten.
Der heutigeTag war noch mal richtig stressig, denn alles wollte noch vor meiner Abreise erledigt sein. Zusätzlich habe ich auch noch ein paar Leute getroffen und mit denen geschwatzt, was auch Zeit kostet. Nun ist aber alles erledigt und ich kann wieder nach Hause. Meine Leute haben mit jede Menge grünen Tee zum Abschied geschenkt, das reicht sicherlich für mehr als ein Jahr. Hoffentlich bekomme ich alles in meinen Koffer, bin ja nur mit kleinem Gepäck unterwegs.
Meine Leute hier sind wirklich alles nette Kerle (+ eine Frau), man muß die Chinesen nur richtig kennen lernen. Dazu habe ich ja bei meinen Aufenthalten immer genügend Zeit und wir haben ja auch viel über Privates gesprochen. Jedes Volk hat seine Eigenheiten, man muß dafür nur ein Verständnis entwickeln. Und ehrlich gesagt möchte ich kein Chinese sein bei den Problemen die die haben. Da leben wir in Deutschland im Schlaraffenland, auch die Leute die nicht viel verdienen. Die vielen Alltagsprobleme führen aber dazu, dass der Familienzusammenhalt sehr stark ist und auch die Rücksichtnahme sehr groß ist. Allerdings sich gegenseitig helfen ist nicht so ausgeprägt, das passiert nur innerhalb der Familie, aber dann auch sehr stark. Z.B. gibt es hier keine Kindergrippen, aber die Frauen müssen unbedingt arbeiten sonst reicht das Geld nicht. In diesem Fall springt immer eine der Omas ein zur Kinderbetreuung (soweit das möglich ist). Aber die geben meistens dazu ihren Job auf und helfen den Kindern.
Kinder dürfen hier nur zur Schule gehen, wenn die Eltern eine Wohnung besitzen (gemietete zählen nicht). Also legt die Familie zusammen und kauft eine Wohnung. Dazu muß aber meisten noch ein Kredit aufgenommen werden, der 30 Jahre abgezahlt wird. Unsere Böblinger Wohnung würde hier ungefähr 1 Millionen Euro (nicht RMB!) kosten, was astronomisch ist bei den Gehältern. Also muß der gesamte Familienclan bürgen.
Kinder gehen hier über alles, jeder will welche haben, aber kann es sich manchmal nicht leisten. Denn auch Schule muß bezahlt werden, nicht viel, aber eine Ausbildung ist hier nicht kostenlos.
Heute Abend habe ich noch einen kleinen Spaziergang zum Bund gemacht (der von den Britten vor 100 Jahren gebauten Promenade). Danach habe ich mal kurz noch auf dem „Fake“-Markt hereingeschaut. Habe aber nichts Brauchbares gefunden. Nun werde ich noch meine zwei Büchsen Bier trinken und mich dann bald ins Bett zurückziehen. Die Woche hat etwas geschlaucht.
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